Kostenfreie Führung durch die Kurt-Masur-Ausstellung

Am Donnerstag, dem 12. April, um 17 Uhr, wird Tomoko Masur persönlich durch die neue Kurt-Masur-Ausstellung führen.
In den Ausstellungsräumen ist eine multimediale Dauerausstellung mit zahlreichen Fotos und Textdokumente zu sehen, die wichtige Arbeits- und Lebensstationen von Kurt Masur dokumentiert. Eine Audio-/Videostation sowie Objekte aus dem Besitz der Familie Masur ergänzen die Präsentation. Zu sehen sind auch persönliche Gegenstände sowie ausgewählte Ehrungen und Auszeichnungen, die Kurt Masur für seine künstlerischen Leistungen und für seinen Einsatz für humanistische Werte weltweit erhielt.
Die Ausstellung ist im Rahmen der Öffnungszeiten des Mendelssohn-Hauses täglich von 10.00-18.00 Uhr für Besucher zugänglich.
Künftig wird jeweils am eintrittsfreien Donnerstag des Mendelssohn-Hauses um 17 Uhr eine kostenfreie Führung durch die Ausstellung stattfinden.

Die Kurt-Masur-Ausstellung befindet sich in der 2. Etage des Mendelssohn-Hauses und ist täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Auf der gleiche Etage, neben der Ausstellung, finden Sie nun auch das Büro des Instituts. Es ist jeweils montags und dienstags von 10.00 – 17.30 Uhr besetzt.

Internationales Kurt-Masur-Institut
eröffnete im November in Leipzig mit Anne-Sophie Mutter

Mit einem großen Festwochenende wurde vom 4. bis 5. November 2017 die neuen Räumlichkeiten der Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut (IKMI) im Mendelssohn-Haus Leipzig eingeweiht. Am Samstag waren Besucher zu einem Tag der offenen Tür willkommen.

Am Sonntag lud das erste Kurt-Masur-Symposium im Gewandhaus zum wissenschaftlichen Diskurs ein. Namhafte international bekannte Freunde, Kollegen, Interpreten und Schüler Kurt Masurs haben sich zu seiner Arbeitsweise und seiner Beethoven-Interpretation ausgetauscht. Im Podium diskutierten die Geigerin Anne-Sophie Mutter, der Pianist Lambert Orkis, der Dirigent Ken-David Masur sowie Dr. Michael Ladenburger vom Beethovenhaus Bonn und der Musikwissenschaftler Prof. Peter Gülke.

Dazu brachten das amerikanische Lee Trio und ein Streichtrio mit Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung Musik von Ludwig van Beethoven zu Gehör.

Bereits am 21. September 2017 veranstaltete das IKMI in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Leipzig im Gewandhaus zu Leipzig ein Benefizkonzert zugunsten der Parkinson-Forschung.

Im Mendelssohn-Haus Leipzig, dem letzten Wohnhaus des Komponisten, welches durch die große Unterstützung von Kurt Masur ein Stück 19. Jahrhundert erlebbar macht, entsteht ein Zentrum für Begegnung und kulturelle Bildung: Ziel des Internationalen Kurt-Masur-Instituts ist es, basierend auf Masurs humanistischer, musikalischer, gesellschaftlicher Haltung und Gesinnung, einen Dialog durch Musik auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern. „Man muss an die Kraft der Musik glauben und sie fühlen lernen. Sie vermag das Gute im Menschen zu erwecken und zu stärken“, so der Maestro. Finanziell unterstützt wird das IKMI vom Dezernat Kultur der Stadt Leipzig.

Getreu dem Motto des Internationalen Kurt-Masur-Instituts „Musik – Begegnung – Inspiration“ entwickelte das Kuratorium unter der Präsidentin und Stifterin Tomoko Masur und der ersten Geschäftsführerin Anna-Barbara Schmidt ein ambitioniertes Stiftungsprogramm. Geplant sind Seminare und Meisterkurse für junge Musiker unter dem Titel Kurt-Masur-Akademie sowie Kurt-Masur-Lectures, in denen gesellschaftsrelevante Themen von internationalen Persönlichkeiten mit großer Inspirationskraft vorgetragen werden. Das öffentliche Gespräch zwischen Kurt Masur, Helmut Schmidt und Peter Maffay im Oktober 2014 anlässlich des 25. Jubiläums der Friedlichen Revolution (Peterskirche Leipzig) gilt als Auftakt dieser Reihe. Außerdem wird das IKMI in regelmäßigen Abständen zum wissenschaftlichen Diskurs, dem Kurt-Masur-Symposium, einladen.

Eine weitere entscheidende Säule der Stiftungsarbeit ist der Aufbau des Kurt-Masur-Archivs, welches in den Räumlichkeiten des Mendelssohn-Hauses dem Publikum Schritt für Schritt zugänglich gemacht werden soll. Es dient als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Kultur und Gesellschaft sowie für musikwissenschaftliche Forschung und Studien. Das Privatarchiv des Dirigenten birgt über 2.000 Briefe, zahlreiche Ton- und Filmaufnahmen sowie Presseartikel und Programmhefte aus über 70 Jahren. Hinzu kommen umfangreiche Sammlungen von Fotos, Noten/Partituren, Plakaten und Kunstwerken sowie eine ergiebige Musikbibliothek.

Der erste Grundstein für die öffentliche Nutzung des Archivs wurde am 4. April 2017 gelegt. Der Lions Club Leipzig Saxonia fördert mit einer Summe von über 2.000 Euro die Erstellung eines Reprints der Partitur von Benjamin Brittens War Requiem mit handschriftlichen Eintragungen des Maestros aus seinem Nachlass. Kurt Masur bezeichnete die Komposition als sein Bekenntniswerk und dirigierte diese 1990 zum ersten Mal im Rahmen der berühmten Promenade Concerts in der Royal Albert Hall in London. Im Gewandhaus Leipzig erklang das Requiem erstmals am 12. Oktober 1991 zum Abschluss der Gewandhaus-Festtage und 1992 schließlich auch zum Saisonabschluss in der New Yorker Avery Fisher Hall sowie im selben Jahr anlässlich des Memorial Day in der Cathedral Saint John the Divine. CD-Aufnahmen dieses Werkes entstanden mit dem New York Philharmonic und dem London Philharmonic Orchestra. In Verbindung mit den Aufnahmen, zahlreichen Presse- und Programmdokumentation wird das Notenmaterial interessierten Besuchern und vor allem auch jungen Dirigenten und Musikern zukünftig zur Verfügung gestellt werden.

„Seit mein so verehrter und geliebter Mann verstorben ist, treffe ich viele Menschen auf der ganzen Welt, die mir ihre ganz persönlichen Gedanken und Geschichten über ihren Kurt Masur erzählen. Ob berühmt oder nicht; ob Musiker, Politiker, Geschäftsfrau oder -mann oder einfach nur Bürger, sie alle berichten mit großer Leidenschaft und Wärme über ihre Begegnungen mit meinem Mann. Das ist überwältigend. Und es ist ein Beweis, dass Kurt als ein lebendiges Geisteswesen weiter in den Herzen vieler Menschen getragen wird“, so Tomoko Masur.

Tomoko Masur, die Frau des ehemaligen Gewandhauskapellmeisters, der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Burkhard Jung und der geschäftsführende Direktor des Mendelssohn-Hauses Jürgen Ernst initiierten die Gründung der rechtlich unselbständigen gemeinnützigen Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut. Trägerin der am 25. März 2016 gegründeten Stiftung ist die rechtlich selbständige Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung. Im Kuratorium sind neben Tomoko Masur, Anna Dutkiewicz (Wroclaw, Polen), Dr. Skadi Jennicke (Kulturbürgermeisterin Leipzig) Annette Körner (Mitglied des Leipziger Stadtrates und Vorsitzende des Kulturausschusses), Ken-David Masur (Assistant Conductor Boston Symphony Orchestra) und Ilona Schmiel (Intendantin Tonhalle-Gesellschaft Zürich).

Kurt-Masur-Förderpreis erstmals in Leipzig verliehen

Im Rahmen des Deutschen Musikwettbewerbes wurde am Freitag, den 10. März 2017 in Leipzig erstmals der Kurt-Masur-Förderpreis der Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut verliehen. Das Werk des Preisträgers Sebastian Pilgrim wird 2018 nochmals zur Aufführung kommen.
„Musik muss die Menschen direkt ansprechen. Sebastian Pilgrims Vertonung der 4 Schwitters-Gedichte berührt zwei wesentliche Punkte: Menschlichkeit und Humor. In der wunderbaren Interpretation des Ensembles BRuCH erleben kompositorisches Können und musikalisch wie auch literarischer Witz eine gekonnte und vergnügliche Vereinigung.“

Im Rahmen des Deutschen Musikwettbewerbes wurde am Samstag, dem 11. März 2017, im Gewandhaus zu Leipzig erstmals der Kurt-Masur-Förderpreis der Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut verliehen. Der Preis in der Kategorie Komposition wurde von Stiftungspräsidentin Tomoko Masur überreicht und ist mit einem Preisgeld von 1000,- € sowie mehrerer Aufführungsmöglichkeiten des preisgekrönten Werkes verbunden. Am Sonntag, dem 12. März 2017, fand überdies ein Benefizkonzert der Kurt Masur Akademie – Orchesterakademie der Dresdner Philharmonie e.V. unter der Leitung von Michael Sanderling statt. Dieses Konzert gilt dem Andenken Kurt Masurs. Schirmherrin der noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Masur initiierten Kurt Masur Orchesterakademie ist Tomoko Masur.

Mit einer „Hommage à Kurt Masur“ ehrte das Orchestre National de France am 9. Februar 2017 seinen ehemaligen Chefdirigenten. Die Solistin ist Anne-Sophie Mutter. Die Leitung des Orchesters übernahm sein Sohn Ken-David Masur. Zum ersten Todestag von Kurt Masur, am 19. Dezember 2016, ehrte zudem die Stadt Breslau ihren Ehrenbürger mit einer Gedenkfeier und der Enthüllung einer Gedenktafel in der Hauptkirche St. Elisabeth. Zuvor wurde am 20. November 2016 in Ueno (Japan) Kurt Masurs in Form eines festlichen Konzertes gedacht.